Lektion 3: Wege beschreiben

Wortschatz

Überblick von Ausdrücken

Hier unten finden Sie gleich einen Überblick über wichtige und nützliche Ausdrücke für Wegbeschreibungen. Viele der Beispiele kennen Sie schon. Neue Ausdrücke und Wörter können Sie in den anderen Übungen in diesem Teil der Einheit lernen und üben.

 

Öffentliche Plätze

 

Verben

 

Schreiben

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Wie kommen Sie zum Deutschkurs? Schreiben Sie Sätze mit den folgenden Verben:

 

abbiegen
überqueren
vorbei gehen
liegen / stehen
steigen hinauf / hinunter
unterwegs sein
umgeben von etwas sein

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Lesen

Vor dem Lesen

In dem folgenden Interview beschreibt Isolde ihren Schulweg–aber auch erzählt sie von dem Dorf, in dem sie aufgewachsen ist.

Interview

Diskutieren Sie mit einer anderen Person:

  • Was meinen Sie: was ist ein Schulweg?
  • Welche Wörter erwarten Sie in einer Beschreibung von dem Schulweg?
  • Erinnern Sie sich an Ihren Schulweg? Können Sie ihn kurz beschreiben?

Hintergrundinfos suchen

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Isolde ist in einem Dorf in Vorarlberg aufgewachsen. Wo ist das? Suchen Sie den Ort im Internet, und suchen Sie auch Bilder von Dörfern in diesem Gebiet. Was sehen Sie in solchen Fotos?

 

Lesen

Interviewer: Isolde, kannst du deinen Schulweg beschreiben?

Isolde: Sicher. Zuerst einmal muss ich erklären, dass ich in einem kleinen Dorf in Vorarlberg aufgewachsen bin. Wir haben in der Mitte des Ortes gewohnt und alles war eigentlich in der Nähe unseres Hauses. Unser Haus war von Feldern umgeben, die einem Bauern, unserem Nachbarn, gehörten. Wir haben viel auf seinen Wiesen gespielt, was er nicht immer mochte, vor allem, wenn er Heu gemacht hatte.

Ich bin immer mit meinen beiden Geschwistern zur Schule gegangen. Barbara war zwei Jahre älter als ich und Adrian zwei Jahre jünger. Von unserem Haus sind wir zuerst am Haus unserer Nachbarn vorbeigegangen. Wir mussten bei ihrem Haus eine Treppe hinuntergehen, um zu einem Park zu kommen. Vom Park sind wir an der Kirche, dem Friedhof und am Gemeindeamt vorbeigegangen. Ein Gemeindeamt ist wie ein Rathaus in einer größeren Stadt. Die ersten zwei Jahre meiner Schulzeit bin ich in diesem Gebäude auch in die Schule gegangen, aber dann gab es zu viele Kinder und wir haben ein neues Schulzentrum bekommen, wo nicht nur die Volksschule, sondern auch die Hauptschule untergebracht war. Neben dem Gemeindeamt lag das Gebäude der Feuerwehr und der Bauhof. Dort hat meine Vater gearbeitet. Er war ein Ingenieur und hat für das Dorf die Wasserleitungen gemanagt. Dann kam man zum Gasthof Traube. Zwischen dem Gasthof und dem Friseur sind wir dann auf einen Feldweg abgebogen, der direkt bis Schulzentrum führte. Auf diesem Weg haben meine Geschwister und ich oft schon andere Kinder getroffen, die auch auf dem Weg zur Schule waren.

Auf dem Nachhauseweg von der Schule gab es eine Variante auf unserem Weg. Gegenüber dem Gasthof war die Bäckerei. Auf dem Heimweg sind wir oft über die Straße dorthin gegangen. Denn an manchen Tagen gab es dort Gebäck vom Tag davor, das der Bäcker und die Bäckerin nicht mehr verkaufen wollten und an uns Kinder verschenkt haben. Wir haben uns immer abgewechselt, wer fragen musste, ob es auch an diesem Tag “Altgebackenes” gab. Es war uns irgendwie ein bisschen peinlich. Darum sind wir alle zusammen in die Bäckerei und wenn die Verkäuferin “ja” gesagt hatte, war es viel leichter, “ich auch” zu sagen oder einfach nur die Hand auszustrecken. Dann sind wir alle glücklich unser Gebäck essend nach Hause gezogen.

Interviewer: Gab es noch andere Geschäfte in deiner Nachbarschaft?

Isolde: Ja, an der Hauptstraße gab es auch eine Metzgerei, eine Apotheke, eine Drogerie, einen Souvenirladen und eine Milchhandlung, wo man neben Milch auch Butter und Käse, aber auch andere Lebensmittel wie Reis und Nudeln kaufen konnte. Wenn meine Mutter mich dorthin zum Einkaufen geschickt hat, hat sie gesagt, dass ich zum Milch-Poldi gehen soll. Der Besitzer hieß Leopold und war in der Vorstellung der Menschen so mit seinem Geschäft verbunden, dass es zu seinem Namen wurde. Als wir einen Supermarkt bekommen haben, war das eine kleine Sensation, aber dann auch früher oder später das Ende vom Milch-Poldi.

Abseits der Hauptstraße war das Dorf nicht dicht besiedelt. Die Bauernhöfe liegen relative weit auseinander, was damit zu tun hat, daß der Boden nicht so gut ist und die Ernten oft klein waren. Deshalb mußte man mehr Land haben, um dieses Defizit zu kompensieren.

 

Arbeit mit dem Lesen

 

Nach dem Lesen

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Zeichnen Sie einen Stadtplan von Isoldes Dorf. Zeichen Sie auch Isoldes Schulweg darauf!

 

 

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Hören

Vor dem Hören

In diesem Hörtext werden Sie zwei Wegbeschreibungen von Christine hören: Wie kommt sie zur Bäckerei? Wie kommt sie zum Park?

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Der Park, den Christine oft besucht, heißt “die Schmelz.” Googeln Sie “die Schmelz Wien” und sehen Sie, wo die Schmelz liegt. In welchem Bezirk ist die Schmelz? Können Sie auch etwas über die Geschichte von der Schmelz lernen?

 

Hören

Arbeit mit dem Hören

Wie kommt Christine zum Bäcker?

 

Wie kommt Christine zum Park?

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Strukturen

Wiederholung: Wechselpräpositionen mit Akkusativ

 

Präpositionen für Wegbeschreibungen

For the context of giving directions, the prepositions below are helpful, too. Some of them have other meanings, too. The focus below is only on location.

an (+Dativ) … vorbei (adverb) – past (as in: to go past a building)
an (+Dativ) … entlang (adverb) – along (as in: to go along something, like a street or river)
Gehen Sie an der Straße entlang bis an dem neuen Supermarkt vorbei.
Achtung: After working with two-way-prepositions earlier, you might be wondering about the use of dative in these an constructions. Although there is movement involved in these constructions, you use the dative because it is not clear where the movement ends. Without knowing the destination, you cannot use accusative.

bis + Akkusativ – as far as, up to
Der Bus fährt nur bis in die Innenstadt.
Achtung: because of the article in front of the noun, you need to add a second preposition denoting to. It does not always have to be in, but can also be other prepositions such as auf, über, zu, etc. Bis zu is a combination that is used a lot!

durch + Akkusativ – through
Diesen Sommer sind wir durch Europa gereist.

entlang + Dativ  –  along
Bäume entlang einer Straße nennt man auch eine Allee.
Achtung: entlang can also be placed after the noun (in the accusative): Wir fuhren die Straße entlang, bis wir zur nächsten Querstraße kamen.

gegenüber + Dativ – opposite
Ich wohne gegenüber einer Schule.
Gegenüber can also be used with von, especially when speaking: Ich wohne gegenüber von einer Schule.
Achtung: gegenüber can also be placed after a personal pronoun: Sie sitzt mir gegenüber.

um + Akkusativ – around
Franz kam um die Ecke, als ich aus dem Haus kam.

zu + Dativ – to
Wie kommt man von hier zum Schwimmbad?

 

 

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Kultur

Hin und Her
Since this Einheit deals with giving directions, you might have noticed the particles hin and her. Christine, for example, says: “Und ich gehe dann links in den Park hinein.” And you also know the question words woher and wohin already. These two particles describe movements: hin is a motion away from the speaker, while her is a movement towards the speaker. If you tell your cats that they should herkommen, then they should move towards you. If you tell them woanders hingehen, then they are supposed to move away from you. 

As you see in the examples above, you can combine hin und her with other words. You can use them with adverbs of space: dahin, daher, dorther, dorthin, hierhin, hierher.

You can also combine them with prepositions:

Christine kommt aus ihrem Haus heraus.
Sie muß über die Straße hinübergehen.

Susi steigt oft auf den Pöstlingsberg hinauf.

In the example with the cats, hin and her are separable prefixes:

Kommt bitte her! (herkommen)
Geht woanders hin! (hingehen)

At this point in your language learning, it’s important to understand the terms hin und her and what they connote, since they do come up often, particularly in giving directions. But know, too, that it will take time and practice before you’re able to use these terms correctly. That’s why they are included here in a Kultur section instead of a Strukturen section: because you are expected to understand the terms passively without necessarily having them in your active vocabulary.

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