Lektion 6: Reisen und Erinnern

Wortschatz

Was ist ein Denkmal, ein Mahnmal und eine Gedenkstätte?

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Über Denkmäler sprechen

Diskutieren Sie die folgenden Fragen mit einem Partner / einer Partnerin:

  1. Welche Denkmäler kennen Sie in Deutschland oder Österreich?
  2. Welche Denkmäler gibt es in Ihrer Heimat?
  3. Welche berühmten Denkmäler besuchen Touristen oft in Ihrem Land? 
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Holocaust Denkmäler in Wien und Österreich

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In und um Wien gibt es viele Denkmäler und Mahnmale für die Opfer des Nationalsozialismus. Welche kennen Sie?

Susanne: Am Westbahnhof hier in Wien gibt es ein Denkmal, das “Für das Kind” heißt. Ich persönlich finde das Denkmal sehr interessant. In den 1930er Jahren haben die Engländer vielen jüdischen und auch nichtjüdischen Kindern geholfen, vor den Nazis nach Großbritannien zu fliehen. Das waren die sogenannten Kindertransporten. Diese Reisen begannen oft am Westbahnhof, und deswegen steht das Denkmal heute da. Mit diesem relativ unbekannten aber wichtigen Denkmal möchte man den Engländern auch danken.

Haroon: Für mich sind die Stolpersteine, oder Erinnerungssteine, sehr bewegend. Man geht durch die Stadt und denkt an ganz alltägliche Sachen–plötzlich schaut man nach unten und merkt, dass man an einem tragischen Ort steht. Mit den kleinen, goldenen Steinen erinnert man an die Menschen, die von dem Ort ins KZ deportiert wurden. Als Student bin ich sehr oft an die Steine vor dem bekannten Theater in der Josefstadt gelaufen.

Joan: Ein wichtiges und auch ziemlich bekanntes Denkmal in Wien ist das Mahnmal für die Opfer der Schoah. Das Mahnmal steht auf dem zentralen Judenplatz im 1. Bezirk, zusammen mit dem Jüdischen Museum. Das Mahnmal ist ein großes Quadrat mit vielen Büchern, die nach innen gedreht sind–es soll an eine Bibliothek erinnern, nur kann man die Titel der Bücher nicht lesen. Das symbolisiert die vielen jüdischen Geschichten, die man nie kennen wird. Auf dem Boden stehen die Namen der Orte, an denen die Juden gestorben sind. Manchmal liegen Steine oder Blumen vor den zwei großen, geschlossenen Türen.

Anastasia: Als ich in der siebten Klasse war, sind wir zusammen mit unserem Geschichtslehrer nach Mauthausen gefahren. Dort ist ein ehemaliges Konzentrationslager; heute ist es ein Gedenkstätte. Wir haben das Lager besichtigt und über die schrecklichen Dinge gelernt, die dort passiert sind. Der Führungsleiter hat uns sehr viele Informationen zu den Häftlingen gegeben und wir haben auch viele Bilder und Texte angeschaut. Es gab z.B. Häftlinge, die einen Fluchtversuch gemacht haben. Dieser Ausflug war ein wichtiger Teil meiner Schulbildung–ich werde die Erfahrung nie vergessen.

Arbeit mit dem Lesen

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Diskutieren Sie mit einem Partner / einer Partnerin:

  1. Welches Denkmal oder Mahnmal finden Sie besonders interessant? Welches möchten Sie besuchen? Warum?
  2. Haben Sie schon mal eine Reise zu einem Denkmal, einem Mahnmal oder einer Gedenkstätte gemacht?
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Strukturen

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Kultur

The Heldenplatz at the Hofburg in Vienna, where Hitler once stood to give a speech when the National Socialists annexed Austria.

On March 12, 1938, the First Republic of Austria (which had only existed since the collapse of the Habsburg Dual Monarchy in 1918) was annexed by Hitler’s Nazi troops and became subsumed under the Third Reich. The once thriving Jewish population, which largely shaped the cultural and intellectual boom in Vienna around 1900, sought exile abroad or suffered the same fate as millions of other Jews in Europe: they were deported to concentration camps. Like elsewhere in the Third Reich, concentration camps existed in Austria and Jews were persecuted ruthlessly.
In Germany, the process of confronting this horrific past publicly began around 1968. For various reasons, Austria’s reckoning with its past did not begin until almost two decades later. In the Moscow Declaration of 1943, the Allies proclaimed Austria the first victim of Hitler and described the years of 1938-1945 as an occupation by foreign aggressors. The classification as Hitler’s “first victim” allowed the Second Republic of Austria to eschew responsibilities of the atrocities committed during the Nazi era for several decades following the end of World War II.
However, after the scandalous Waldheim Affair in 1986, Austria was forced to confront its controversial past for the first time publicly. Gradually, the public rhetoric surrounding Austria’s role in Hitler’s Third Reich has shifted from “victim” to culpable participants. In the decades following this important turning point, serious efforts have been made to acknowledge and atone for past crimes committed in Austria during the Nazi era. In 2000, the Holocaust Memorial, designed by Rachel Whiteread, was unveiled on the prominent Judenplatz of the First District in Vienna. The concentration camp Mauthausen has also been converted into a memorial, museum and research center dedicated to Holocaust memory and education.